Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

 
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Reiseberichte

Fribourg (CH), Montag, 22. Juli 2002
52. Tag; Tageskilometer: 22; Gesamtkilometer: 1043

 


1385 wird diese Strecke als "Friburgstrass" aktenkundig. Man findet Wegabschnitte 2m breit in den Sandstein gehauen, mit Pflasterung aus Flusskieseln und mit aus dem Fels gehauenen Trittstufen auf dem talseitigen Felsrücken (Sensegraben).


In der Zwischenzeit wandern wir in Gesellschaft: Christoph mit Chico ist auf dem Weg nach LePuy. Er ist Unternehmensberater und "Pilgerprofi" und Chico ist sein weißer kanadischer Schäferhund. Nicht nur, dass er die Satteltasche gleicher Marke trägt wie ich und eine Pilgermuschel vom Pauorfer Pfarrer (dem mit der Auseinandersetzung mit Bischof Krenn) am Halsband hat, lebt er die perfekte Pilgergesinnung: unglaublich konzentriert und doch ganz locker und mit einer erstaunlichen Gelassenheit. So sind alle Begegnungen mit den diversen Hofhunden völlig problemlos - etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte.



Der historische Weg mit den Trittstufen.


Und wieder eine Gelegenheit zum Kneippen.



links: die Kirche von Tafers. re.: die Jakobskapelle ebenda

Wir halten Mittagsrast in Tafers und besichtigen die Jakobskapelle mit der berühmten Darstellung des

"Hühner- respektive Galgenwanderers":
Eine Familie auf dem Weg nach Santiago. Der Sohn wird fälschlich beschuldigt und gehenkt. In Santiago angekommen klagen die Eltern dem Heiligen ihr Leid. "Eine gar holdselige und tröstliche Stimme" verspricht den Sohn wiederzugeben. Sie ziehen zurück in die Stadt, wo der Frevel geschah und berichten auftragsgemäß dem dortigen Bischof, der gerade beim Mittagessen ist. Er sagt: "So wenig diese gebratenen Hühnlein samt dem Guggelchen wieder lebendig werden, so wenig kann euer Sohn am Galgen lebendig sein." Und es lebten die Gebratenen auf und der Sohn, als sie zu ihm kamen, war auch noch am Leben.



Wir wandern noch bis Fribourg zusammen mit Christoph und Chico, dann trennen sich unsere Wege - schade, er wäre ein kundiger Weggefährte gewesen. Er sucht sich ein Quartier und wir ziehen zum Bahnhof, denn hier ist die "Familienpilgerfahrt" zu ende. Wir quartieren uns beim Bahnhof im Hotel Alpha ein.

 

Fribourg (CH), Dienstag, 23. Juli 2002
53. Tag; Tageskilometer: 0; Gesamtkilometer: 1043

 


Wir haben gestern noch einen Bummel durch Fribourg gemacht und fahren heute mit der Bahn nach Payerne. Leider ist die Batterie der Kamera am Ende, daher keine Bilder. Dabei ist dieses alte romanische Cluniazenserkloster (961 gegründet) wunderschön. In der ehemaligen Abteikirche besichtigen wir eine Ausstellung "Schweizer Künstler in Paris". Zurück in Fribourg noch einmal ein Bummel durch die Stadt.


Das Rathaus von Fribourg


 


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(c) 2002 Gerhard Schmutzer
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