Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

 
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Reiseberichte

Monistrol-D'Allier (F), Samstag, 17. August 2002
78. Tag; Tageskilometer: 30; Gesamtkilometer: 1598

 


Nach den Ruhetagen eine harte Etappe. Es ist zwar nicht Blut, aber Schweiß, der durch den Rucksack das Papier, auf dem diese Zeilen im Original geschrieben sind, verfärbte.

Zuerst aber ein wunderschöner Morgen. Wir stehen zeitig auf und sind um 7 Uhr bei der Pilgermesse in der Kathedrale. Ca. 30 Pilger, es sind die Schwestern und Brüder eines Ordens der Dominikaner (soviel ich verstanden habe) die uns die Andacht schon in den Vortagen mit ihrem Gesang vertieft haben. Der Bischof von Le Puy mit Gefolge liest die Messe; der Chorgesang, der frühe Morgen, die Verbundenheit einer kleinen Gruppe mit dem gleichen Ziel vermitteln in der alten Kathedrale eine Ahnung von der tiefen Gläubigkeit und Dankbarkeit, die mittelalterliche Pilger empfunden haben mögen.

Nach der Messe versammelt der Bischof die Pilger und die geistlichen Schwestern und Brüder und den Rest seines Gefolges um die Statue des heiligen Jakob. Er plaudert mit jedem (es sind hauptsächlich Franzosen, aber auch Pilger aus Kanada, Brasilien, Norwegen, Deutschland, der Schweiz und nicht zu vergessen ein Österreicher), spendet uns den Pilgersegen und verteilt eine Erinnerungsplakette, auch an die Mitglieder des Chores - sie waren ein Glücksfall, denn sie sind wie wir nur über den Feiertag in Le Puy.


So gestärkt und nach einem kräftigen Frühstück mit den netten jungen deutsch-französischen Gité-Besitzern beginnen wir wieder den Weg. Er verläuft zwischen 800 und 1200 Höhenmetern. Es ist heiß, aber eine leichte Brise kühlt. Der Weg ist angenehm, über Wiesen Felder, durch Pinienwälder, dann wieder mit weiten Ausblicken ins Land. Oft erinnert er mich an bekannte Landschaften, z.B. im Waldviertel. Aber hier wirkt alles immer viel größer und weiter.

Abb.: Die Kirche von Saint-Christophe-Sur-Dolaison



Chapel Saint Roche

 

Wir treffen einen der Ordensbrüder - Emmerich. Er war früher im Management und erzählt, dass sie einen Konvent in Marchegg haben.

 


Wir gehen lange, da es in Monistrol einen sehr schönen Gité geben soll. Der ist aber belegt und so sind wir auch mit dem *-Hotel St. Georges zufrieden.


PS: Es wäre wunderschön gewesen, die Pilgermesse in Bild und Ton festzuhalten, aber die Stimmung war so, dass es keiner der Anwesenden für passend empfand - aber die Erinnerung daran wird für mich immer lebendig bleiben.

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(c) 2002 Gerhard Schmutzer
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