Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

 
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Reiseberichte

Escoubet (F), Samstag, 7. September 2002
99. Tag; Tageskilometer: 33; Gesamtkilometer: 2133


Noch einmal den Luxus eines Badetuchs genießen, dann weiter! Vorbei an Larressingle, das 1286 vom Abt von Condom zu einem sicheren Landsitz ausgebaut wurde. Als die Bischöfe im 16. Jahrhundert im Chateau de Cassaigne eine neue Residenz schufen, war die Zeit des befestigten Dorfes vorbei.

Ich überquere die Pont d'Artigues, eine kleine romanische für die Pilger geschaffene Brücke - sie hat ursprünglich zusammen mit nicht mehr vorhandenen Bauten dem Erzbistum von Santiago gehört - und schaue zur Kirche von Routgés.

Sie hat einen Eingang für die 'rechten Leute' und eine kleine seitliche Türe für die 'cagots', eine Unterschicht ähnlich den Aussätzigen oder Zigeunern. Ich hingegen kann gar nicht hinein, denn beide Türen sind verschlossen.


li: oft sieht man hier oldtimer. re.: Die Kirche von LaMotte


Wie mangelnde Sprachkenntnisse zur Trunkenheit führen können:
Bei der Rast in Montréal bestelle ich (praktisch zum ersten Mal in Frankreich) mein Mittagessen. Alles klappt, nur Wein bringt mir die Wirtin doppelt so viel wie ich eigentlich wollte [PG: Das ist mir in Perpignan auch einmal passiert - 'un quart' war dann ein halber Liter]. Nach dem Motto: "Rotwein ist für alte Knaben..." beschließe ich ihn zu trinken. So gehe ich sehr beschwingt weiter, munter mit mir selbst plaudernd. Gott sei Dank ist der Weg einsam und nach einer Stunde geht mir der Gesprächsstoff aus und ich bin wieder ganz der Alte.

Einige Zeit geht es auf der Trasse einer aufgelassenen Bahnlinie an einem Bahnhof vorbei Richtung Eanze. Kurz vorher biege ich zu einem Gité in einem Reiterhof ab - Philipp war gestern hier und hat für mich reserviert - SMS sei gepriesen!


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(c) 2002 Gerhard Schmutzer
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