Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

 
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Reiseberichte

Navarrenx (F), Donnerstag, 12. September 2002
104. Tag; Tageskilometer: 30; Gesamtkilometer: 2275


Nach einem fürstlichen Frühstück (wer eine französische Bäckerei kennt, weiß, was es da an Köstlichkeiten gibt) entlang des Hügelkammes mit herrlichem Ausblick nach beiden Seiten, dann hinunter und über den Gave de Pau (er entspringt schon in den Pyrenäen, die sich gewaltig vor mir auftürmen - wir sind schließlich nur auf ca. 100m Seehöhe).

Früher musste man diesen und den kommenden Fluss mit Fähren überqueren und von den Fährleuten wusste schon der "Codex Calixtinus" im 12. Jahrhundert nichts Gutes zu berichten - bis hin zu Mord, wo sie überladene Fähren kentern ließen um dann die ertrunkenen Pilger auszurauben. Heute ist das eine harmlose Überquerung auf einer Brücke und nur die Sonne setzt einem zu.


li.: Kirche vor Maslacq; re.: Der erste baskische Grabstein.



re.: Chateau von Maslacq.

Über Maslacq mit seinem Chateau nach der Jakobskirche in Sauvelade im Tal des Laà. 1127 wurde hier ein Benediktinerkloster gegründet. Nach 60-jähriger Probezeit durften sich die Mönche 1286 dem Zisterzienserorden anschließen. Um diese Zeit wurde die heutige Kirche gebaut. 1288 feierte der englische König Eduard I. als Herr Aquitaniens hier den 17. Jahrestag seiner Krönung. 1569 verwüsteten die Hugenotten unter Montgomery das Kloster. 1631 kehrten die Zisterzienser zurück, wurden aber während der französischen Revolution vertrieben.


li: Zisterzienserabtei Sauvelade; m.: Jakobsstatue; re.: Weihwasserbecken aus korinthischer Säule

Ungewöhnlich der Grundriss der Kirche: es ist ein griechisches Kreuz, d.h. beide Arme sind gleich lang. und ein Weihwasserbecken aus dem Schaft und zwei Kapitellen einer korinthischen Säule - wohl einem Römerbau der Gegend entnommen.

Zum Etappenziel Navarrenx gehe ich ein Stück gemeinsam mit Lisa, einer Kunststudentin aus Belgien, dann biege ich ab zum etwas außerhalb liegenden Gité Etape Charbel, wo Philipp am Vortag für mich reserviert hat. Genüssliches Abendessen.


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(c) 2002 Gerhard Schmutzer
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