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Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela |
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Triacastela (E), Montag, 2. Dezember 2002 |
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Nach köstlichen Spaghetti, die 'Papa argentino' zubereitet, mit Rotwein, dieser natürlich schon aus Galicien, worauf Breis großen Wert legt, der Galicier und kein Spanier ist und endlich wieder Galego sprechen kann. Es wird eine angenehme Nacht. Der Wind heult um das Haus, aber wir sind geborgen. Am Morgen hat sich das Wetter nicht gebessert und so verschwindet ein Pilger nach dem anderen im Nebel.
Zunächst geht es über den Alto do Polo auf 1337m, dann aber langsam bergab in Richtung Triacastela, durch eine weiche, grüne Hügellandschaft mit Eichen und Kastanien.
Seit wir in der Provinz Lugo sind, steht alle paar Meter ein Kilometerstein, auf dem auch die Entfernung nach Santiago steht. Jetzt sind es noch 130,5km.
Irgendwie ist es ein eigenartiges Gefühl: bisher war es ein bisschen so wie sterben. Wir werden einmal - nicht so ganz sicher wie der Tod, aber immerhin - dort ankommen. Doch das war immer irgendwie weit entfernt - irgendwann einmal. Jetzt wird das Ende der Pilgerfahrt plötzlich greifbar: 130km. Nächste Woche um die Zeit bin ich schon dort - 'so Gott will', hätten meine Altvorderen noch hinzugefügt. Es ist unglaublich!
Am Abend gehen wir zur Pilgermesse. Wir sind nur zu zweit - Franz und ich - und die junge deutsche Herbergsmutter dient als offizieller Dolmetsch. Pfarrer Augusto Losada Lopez hat alles in verschiedenen Sprachen vorbereitet und dank unserer Dolmetscherin wird auch seine Predigt und alles was wir sagen übersetzt. Wir feiern um den Altar im Chorraum und jeder nimmt sich die Hostie selbst und taucht sie in den Wein - auch der Kelch und andere Reliquien sind aus einfachem Porzellan, aber sehr schön. Danach gibt es den sehr persönlichen Pilgersegen.
Später treffen wir auch den Rest der Neunertruppe beim Essen, denn Jeany aus Neuseeland hat Geburtstag und darauf wird angestoßen.
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(c) 2002 Gerhard Schmutzer |
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