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Gerhards Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela |
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Reiseberichte Santiago de Compostela (E), Sonntag, 8. Dezember 2002
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![]() Morgens bin ich neben ein paar Gläubigen, die eine der Messen besuchen die hier gelesen werden (3 zu dieser frühen Morgenstunde), der einzige Besucher. Frühstück im Café Central, das eigentlich noch geschlossen hat, aber in Spanien kann auch die Aufräumefrau - wenn man sie dazu überreden kann - ein köstliches Frühstück bereiten.
Nachher zum Hochamt. Eines der unvergesslichen Ereignisse auf dem Weg. Anlässlich des Marienfeiertages liest nicht nur der Kardinal die Messe, sondern es tritt auch das berühmte Weihrauchgefäß 'botafumeiro' in Aktion und das ist wesentlich spektakulärer als ich es mir vorgestellt hatte.
Am Morgen schon hatte ich in der Jakobskapelle vier Kerzen angezündet: Eine für meine verstorbenen Eltern, eine für die Familie, eine für meine Freunde und für alle, die mir auf dem Weg geholfen haben und eine für den Frieden aller Menschen.
Im Laufe des Tages trifft man immer wieder Pilger, mit denen man ein Stück des Weges gegangen ist oder gemeinsam übernachtet hat, und alle sind an diesem sonnigen Tag in der Altstadt unterwegs. Auch die drei spanischen 'Luxuspilger' aus Madrid, die hier von ihren Frauen abgeholt werden. Einer ist besonders glücklich, denn er hat gerade erfahren, dass er Vater seines ersten Kindes wird. Am späten Nachmittag treffe ich auch noch Annette, die Architektin aus Berlin, und vollziehe die letzten Rituale eines Jakobspilgers: ich lege die Finger in die Ausbuchtungen, die Millionen von Pilgern an der mittleren Säule des Westportals hinterlassen haben und umarme die Statue des Apostel Jakobs am Altar.
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(c) 2002 Gerhard Schmutzer |
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